Neue Räder an den blauen Trams dämmen das Quietschen

4. März 2011
Neue Räder an den blauen Trams dämmen das Quietschen

Der Test mit neuen Rädern an den blauen Trams war erfolgreich: Die Räder dämmen das Kurvenquietschen auf der Linie 6 deutlich. Dies haben die Lärmmessungen der Firma Grolimund & Partner ergeben. Gestützt auf dieses positive Resultat haben RBS und BERNMOBIL in Absprache mit der Stadt und dem Kanton Bern beschlossen, die acht verbleibenden RBS-Trams ebenfalls mit den neuen Rädern auszustatten.

Die Firma Grolimund & Partner hat im Januar 2011 Messungen durchgeführt, bei denen der Lärmpegel von Combinos sowie von blauen Trams mit alten und neuen Rädern verglichen wurde. Die Messungen wurden an der Kreuzung Weissensteinstrasse/ Pestalozzistrasse in der Kurve durchgeführt. Die Messergebnisse zeigen eine deutliche Minderung der Lärmbelastung: Das «sanierte» RBS-Tram (das Tram mit den neuen Rädern) ist wahrnehmbar und messbar leiser als die anderen blauen Trams. Ausserdem verbessert sich mit den neuen Rädern auch die Lärmcharakteristika: Die durchgehende, unangenehm hohe Frequenz in den Kurven fällt weg. Damit ist die Lärmbelastung des «sanierten» RBS-Trams vergleichbar mit jener des Combinos. Ein komplettes Verschwinden aller Geräusche kann auch mit den neuen Rädern nicht erreicht werden – denn ein vollkommen ruhiges Fahrzeug gibt es nicht. Mit den neuen Rädern werden jedoch die unangenehmen Geräusche der blauen Trams auf ein mit andern Schienenfahrzeugen vergleichbares Niveau gesenkt.  

Diese positiven Resultate haben den RBS und BERNMOBIL dazu bewogen, die Räder der acht verbleibenden blauen Trams ebenfalls zu ersetzen. Dieser Entscheid fiel in Absprache mit dem Kanton und der Stadt Bern. Die Gesamtkosten der Rädersanierung für alle neun Fahrzeuge (Material und Einbau) belaufen sich auf CHF 930‘000.
Die neuen Räder wurden dieser Tage bestellt, wegen der langen Lieferfristen kann mit dem Radaustausch erst Ende Juli begonnen werden. Den Austausch der Tramräder führt der RBS in seiner Werkstätte in Worb durch, pro Fahrzeug dauert ein Radaustausch rund zwei Wochen. Bis Mitte November 2011 sollten aus heutiger Sicht alle neun RBS-Trams mit neuen Rädern unterwegs sein.

Der RBS hatte in den letzten Jahren nichts unversucht gelassen, um das Quietschen einzudämmen: Neue Schmieranlagen an neuralgischen Punkten, der Einsatz von Radschallabsorbern und der Versuch des Ersatzes der so genannten Gummikörper in den Rädern. Ziel von RBS und BERNMOBIL war stets, das Problem des Kurvenquietschens vor dem Fahrplanwechsel im Dezember 2010 gelöst zu haben. Leider konnte dieses Ziel wegen Problemen von Seiten der Hersteller nicht erreicht werden.

 

Die Resultate aus den Lärmmessungen zum Nachhören:

RBS-Tram nicht saniert:

RBS-Tram saniert:

Combino:

Quelle Tonaufnahmen: Grolimund & Partner

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