Hybridbus-Langzeittest

Orange wird immer grüner – der RBS testet Hybridbusse
Im Rahmen seiner Umweltstrategie hat der RBS schon 2009 einen Hybridbus getestet und aus dem dreitägigen Versuch eine erste positive Bilanz gezogen: Der Treibstoffverbrauch lag um zwanzig Prozent tiefer als bei konventionellen Bussen. Erfüllt jedoch die Hybridtechnik die hohen ökologischen und wirtschaftlichen Erwartungen auch auf lange Sicht? Dieser Frage will der RBS mit einem Langzeittest im Alltagsbetrieb auf den Grund gehen. Dazu hat er bei Volvo für drei Jahre einen Hybridbus gemietet – seit Anfang Mai 2011 ist dieser auf dem RBS-Busnetz unterwegs.
Der Hybridbus fährt übrigens im neuen RBS-Design: In Anlehnung an die orangen RBS-Züge werden nun auch unsere Busse zu Orangen. Der Hybridbus ist 12 m lang und ist auf dem gesamten RBS-Busnetz im Einsatz.
Diesel- und Elektromotor – das perfekte Duo
Der Volvo-Hybridbus verfügt über einen vergleichsweise kleinen Diesel- sowie über einen Elektromotor. Beide können das Fahrzeug unabhängig voneinander oder bei Bedarf auch gemeinsam antreiben. Beim Halt an Bushaltestellen oder Ampeln stellt der Dieselmotor automatisch ab. Der Bus startet dann leise, kraftvoll und abgasfrei mit dem Elektromotor. Zugeschaltet wird das Dieselaggregat erst wieder ab Tempo fünfzehn bis zwanzig. Wenn der Bus bremst, gelangt die Bremsenergie in die Lithium-Ionen-Batterie und wird dort gespeichert. Beim laufenden Feldversuch sind Wartungs- und Beschaffungskosten sowie Störungen und Treibstoffverbrauch ebenso zentrale Themen wie die Fahrleistung in der hügeligen Agglomeration. Wie schnell entleert sich der Elektrospeicher? Wie zügig kann das Dieselaggregat auch ohne Elektroantrieb nach einem Halt im Aespliz oder beim Sternen in Bolligen bergauf beschleunigen?
Im Juni wurde ein zweiter Hybridbus getestet
Neben dem orangen Volvo-Hybridbus war der RBS im Juni auch mit einem grünen Hybridbus des Herstellers MAN unterwegs. Wichtiger als die Farbe war natürlich, was im Bus drin steckt: Auch im MAN-Hybridbus arbeiten ein Diesel- und ein Elektromotor zusammen, womit Treibstoff eingespart und weniger CO2 ausgestossen wird.
Im Gegensatz zum Volvo-Bus, der mit einem parallelen Hybridsystem ausgestattet ist, ist der MAN-Bus ein Hybridbus mit seriellem Antrieb: Der Dieselmotor hat keine mechanische Verbindung mehr zur eigentlichen Antriebsachse. Er treibt lediglich einen elektrischen Generator an und dient so als Stromlieferant für den Elektromotor. Bei jedem Bremsvorgang wird zudem Energie gewonnen und einem Speicher (Akku) zugeführt.
Kurzfristig energieeffiziente Dieselfahrzeuge – längerfristig Hybridbusse?
Bei der Beschaffung von neuen Linienbussen setzt der RBS seit Jahren auf energieeffiziente und umweltfreundliche Fahrzeuge. Filtertechnik und Einhaltung der strengen Euro 5/EEV-Norm sind mittlerweile Standard bei Neubeschaffungen, so dass die Emissionen der RBS-Busflotte trotz Zunahme der jährlichen Fahrleistungen kontinuierlich gesenkt werden. Im Rahmen seiner Umweltstrategie prüft der RBS jedoch auch neue Technologien – wie der Test des Volvo-Hybdribusses zeigt.
Ein Ersatz der bestehenden Fahrzeugflotte durch neue, umweltfreundlichere Busse ist ein langfristiger Prozess. Einerseits haben Busse eine Lebensdauer von rund 10 bis 15 Jahren und werden daher nur schrittweise ersetzt. Ausserdem sind Treibstoffverbrauch und Emissionen nur ein wichtiger Aspekt. Nebst den Beschaffungskosten (Hybridbusse kosten zurzeit rund 25-30 % mehr als reine Dieselbusse) müssen auch die Betriebs- und Unterhaltskosten sorgfältig geprüft werden, bevor sich der RBS für die neue Technologie entscheiden kann. Die Resultate aus dem Testbetrieb sind für den RBS daher ein zentrales Kriterium für die weitere Beschaffungsplanung. Ein definitiver Entscheid für den Kauf neuer Hybridbusse steht aber noch aus – die Testergebnisse werden den Grundsatzentscheid für die Ausschreibung neuer Busse im Jahr 2012 massgeblich beeinflussen.

