Der neue RBS-Bahnhof Bern

Der bestehende RBS-Bahnhof in Bern wurde in den 1950er-Jahren als erster Schweizer U-Bahnhof für täglich rund 16'000 Fahrgäste geplant. 1965 eröffnet, benützen diesen kleinen, viergleisigen Bahnhof heute bis zu 60'000 Passagiere pro Tag. Um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, braucht es einen neuen RBS-Bahnhof Bern: für mehr und längere Züge, für mehr Komfort und Sicherheit für die Fahrgäste. Nur so können die stark wachsenden Mobilitätsbedürfnisse der Zukunft gemeistert werden.

Im Rahmen des Projekts «Zukunft Bahnhof Bern» sind über zwanzig Um- und Ausbau-Varianten erarbeitet und von Experten intensiv geprüft worden. Ende 2012 hat sich für alle Projektpartner die beste Lösung herauskristallisiert: ein neuer RBS-Bahnhof unter dem SBB-Bahnhof.

Das Bundesamt für Verkehr BAV hat die beiden Projekte im Mai 2017 bewilligt. Nach Ablauf der Rekursfrist – voraussichtlich im Juli 2017 – beginnen die Bauarbeiten für den Bau des RBS-Bahnhofs, Baustart für das SBB-Projekt ist im November 2017.

So soll der neue RBS-Bahnhof aussehen

Der neue viergleisige RBS-Bahnhof wird unterhalb der Gleise 2 bis 7 des heutigen SBB Bahnhofs zu liegen kommen. Der Tiefbahnhof besteht aus zwei grossen unterirdischen Räumen mit je zwei Gleisen und einem 12 Meter breiten Mittelperron. Er wird als Kopfbahnhof genutzt.

 

Die Perronebene mit den RBS-Gleisen liegt rund 17 Meter unter der SBB-Passage. (Bild: Theo Hotz)

Die RBS-Verteilebene gewährleistet den Zugang zum Fern- und S-Bahnverkehr und zur Stadt. (Bild: Theo Hotz)

Das Gesamtkonzept Zukunft Bahnhof Bern ZBB

Der Ausbau des Bahnhofs Bern erfolgt in zwei Schritten. Bis zum Jahr 2025 realisieren die SBB und der RBS zwei grosse Projekte:

  • Neuer RBS-Bahnhof: Der RBS erstellt unterhalb der bestehenden Gleise 2 bis 7 des SBB-Bahnhofs einen neuen Tiefbahnhof mit vier Gleisen.
  • Neue Unterführung mit neuen Zugängen im SBB-Bahnhof: Die SBB baut zwischen der bisherigen Bahnhofsunterführung und der Welle eine zweite unterirdische Passage, die «Unterführung Mitte» mit Zugängen von der Länggasse und vom Bubenbergplatz her.

Die Stadt Bern will abgestimmt auf den Ausbau des Bahnhofs bis 2025 den Verkehr im Bahnhofumfeld neu organisieren und gestalten. Damit sollen die stark wachsenden Passantenströme rasch und sicher vom und zum Bahnhof geführt und Verbesserungen für den Tram- und Busverkehr sowie den Fuss- und den Veloverkehr erzielt werden.

Im zweiten Ausbauschritt plant die SBB, den Bahnhof Bern seitlich zu erweitern. Vorgesehen sind vier zusätzliche Gleise unter der Grossen Schanze. Damit kann das Angebot im Fern- und Regionalverkehr weiter ausgebaut werden. Diese Erweiterung wird im Rahmen des Strategischen Entwicklungsprogramms Bahninfrastruktur (STEP) erfolgen und zwischen dem Bundesamt für Verkehr (BAV), den betroffenen Kantonen und Bahnen abgestimmt. In welchem Zeithorizont (2030/35 oder später) der Ausbau erfolgt, ist derzeit noch offen.

Das kostet der erste Ausbauschritt

Die Kosten des ersten Ausbauschritts von Zukunft Bahnhof Bern (bis 2025) belaufen sich auf:

  • 614 Mio. Franken (± 10 %; Anteil Bund 450 Mio., Anteil Kanton Bern 164 Mio.) für den neuen RBS-Bahnhof
  • 360 Mio. Franken (± 10 %; Anteil Bund 121 Mio., Anteil Kanton Bern und Stadt Bern 239 Mio.) für den Ausbau der Publikumsanlagen SBB (als Agglomerationsprojekt mitfinanziert über den Infrastrukturfonds)
  • 93 Mio. Franken (± 50 %, Stand Mitte 2016) für Verkehrsmassnahmen im Stadtraum im Zusammenhang mit Zukunft Bahnhof Bern (inklusive ergänzender Personenunterführung und flankierender Massnahmen). Zur Mitfinanzierung im Agglomerationsprogramm der 3. Generation des Bundes angemeldet.

Eine virtuelle Tour durch den neuen Bahnhof Bern