Die Worbla unterwegs - in Doppeltraktion oder nicht?

14 neue Worbla-Züge hat der RBS bestellt, 10 davon wurden planmässig bereits geliefert und fahren regelmässig auf der S7. Bis Ende Jahr sollen alle 14 neuen Worbla-Züge beim RBS im Einsatz sein.

Die Inbetriebnahme neuer Züge ist immer auch eine Herausforderung. RBS-Züge werden nicht «ab Stange» geliefert: Anders als Autos, die hunderttausendfach am Fliessband hergestellt werden, sind unsere Worblas «Unikate», von denen gerade mal 14 Stück produziert werden. Die Worbla ist genau auf die Bedürfnisse des Worblentals und unserer Fahrgäste zugeschnitten. Das erklärt auch, dass «Kinderkrankheiten» bei neuen Zügen nicht ungewöhnlich sind. Bis alles richtig eingestellt ist und funktioniert, kann es einige Zeit dauern (siehe auch unseren Blog «Prima Klima»).

Daneben sind die Worblas in den letzten Wochen an etwas Grösserem erkrankt, es treten nämlich vermehrt Kupplungsprobleme auf. Entweder lassen sich zwei Worblas nicht vollständig zusammenkuppeln oder sie lassen sich nicht mehr entkuppeln – was vermehrt zu Zugsausfällen geführt hatte. Deswegen haben wir Ende Juli beschlossen, die Worblas nur in Einfachtraktion* fahren zu lassen.

Mit Unterstützung von Stadler sind wir in der Werkstatt mit Hochdruck daran, den Grund für die Kupplungsprobleme zu finden und den Fehler zu beheben. Die ersten Anpassungen an der Software haben leider noch nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Es wird weitergearbeitet.

Als kurzfristige Massnahme versuchen wir nun, die Fahrzeugeinsätze umzustellen. Sind zwei Worblas einmal erfolgreich gekuppelt, fahren diese auch. Deswegen lassen wir die Worblas versuchsweise in Doppeltraktion* fahren, und verkehren mit diesen teilweise auch ausserhalb der Hauptverkehrszeiten in Doppeltraktion* weiter. Eine Doppeltraktion* setzen wir aktuell für Kupplungs-Testfahrten ein.

*Doppeltraktion vs. Einfachtraktion

Der RBS setzt seine Fahrzeuge «bedürfnisgerecht» ein: So fahren die Züge zu den Hauptverkehrszeiten morgens und abends in «Doppeltraktion»; wir hängen also zwei Züge zusammen und bieten damit doppelt so viel Platz für die Fahrgäste an. Nach den Spitzenzeiten entkuppeln wir die Züge und fahren nur noch mit einem Fahrzeug, in «Einfachtraktion». Mit halbleeren Zügen zu fahren, verbraucht unnötig Strom, und Schienen und Fahrzeuge werden mehr abgenutzt, als eigentlich nötig. Und damit generieren wir natürlich auch unnötige Kosten.

Auf den Buslinien wird der Fahrzeugeinsatz ähnlich geplant. So fahren auf den Strecken mit vielen Fahrgästen zu den Hauptverkehrszeiten die grösseren Gelenkbusse und zu Randzeiten, am Abend oder am Wochenende wo möglich die kleineren «Normbusse». Damit sparen wir auch Treibstoff.

Ziel des RBS ist es, genügend (Sitz-)Plätze für die Fahrgäste bereitzustellen, ohne Ressourcen zu verschwenden.