Worbla-Rundumblick: Die Rücksehkamera

Die Worbla gilt als Hightech-Zug. Gerade in technischen Belangen wurden viele Neuerungen in der Worbla eingebaut. Augenfällig ist bei der Worbla, dass keine Rückspiegel mehr angebracht wurden. Stattdessen wurden Rücksehkameras montiert. Diese technische Entwicklung ist beim Auto zu beobachten und wurde bei der Worbla umgesetzt. Die Rücksehkameras wirken nicht nur eleganter – sie erhöhen auch die Sicherheit unserer Fahrgäste.

Bei den Mandarinli sind die Rückspiegel markant – auch bei den NExT und Seconda sind diese Rückspiegel sichtbar. Sie werden am Bahnhof durch den Lokführer / die Lokführerin ausgeklappt und dienen für den «Blick zurück».

NExT und Seconda sind mit eingeklappten Rückspiegel unterwegs.

NExT und Seconda sind mit eingeklappten Rückspiegel unterwegs.

Worbla neben Mandarindli

Die Worbla mit Rücksehkamera – und ihre Vorgängerin, das Mandarinli mit ausgeklapptem Rückspiegel am Bahnhof.

Die Rücksehkamera der Worbla – ein echte Hightech-Kamera.

Die Rücksehkamera der Worbla – eine echte Hightech-Kamera.

Die modernen Rücksehkameras zeigen dem Lokführer / der Lokführerin das „Live-Bild“ der ein- und aussteigenden Fahrgästen sowohl vom vorderen, wie auch von den hinteren Führerständen aus. Der Lokführer / die Lokführerin hat damit zwei Bilder (bei kurzen Zügen) bzw. vier Bilder (bei Doppeltraktion) zur Verfügung und erhält speziell in Kurven eine deutlich bessere Übersicht über das Geschehen am Perron. Bei den Mandarinli hatte der Lokführer / die Lokführerin einzig einen Überblick über den Spiegel an der Front.

Die Rücksehkamera ist rechts von der Einstiegstüre des Lokführers / der Lokführerin positioniert.

Die Rücksehkamera ist rechts von der Einstiegstüre des Lokführers / der Lokführerin positioniert.

Solche Rücksehkameras funktionieren wie eine Video-Konferenz von Geschäftspartnern. Nur benötigt der Lokführer / Lokführerin ein Live-Bild ohne Verzögerung mit zusätzlich einer sehr guten Auflösung. Nur so erhöht sich auch die Sicherheit während dem Betrieb.

Abbildung: Die Sicht des Lokführers / der Lokführerin auf die Worbla-Doppelktraktion.

Abbildung: Die Sicht des Lokführers / der Lokführerin auf die Worbla-Doppelktraktion.

Gerade in der Nacht sind die Rücksehkameras ein gewaltiger Fortschritt gegenüber dem Rückspiegel. Die Rücksehkameras erlauben dem Lokführer / der Lokführerin sogar eine klare Sicht bei dunklen Sichtverhältnissen. Zudem müssen die Kameras bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen dieselbe Leistung erbringen. Insbesondere bei grossen Temperatur- und Feuchteveränderungen im Tunnel oder bei Kondenswasser, Schnee, Eis und Starkregen.

Die Kameraperspektive des Lokführers / der Lokführerin in der Worbla im Bahnhof Worb Dorf.

Die Kameraperspektive des Lokführers / der Lokführerin in der Worbla im Bahnhof Worb Dorf.

Blick Tür

Mit der Rücksehkamera hat der Lokführer / die Lokführerin nun die Möglichkeit, den ganzen Zug überblicken zu können, was vorher so nicht möglich war. Stand ein Zug in einer Kurve, war meist nur die erste Türe einsehbar. Oft kam es deshalb vor, dass wir unseren Fahrgästen vor der Nase abfuhren, weil diese schlicht nicht gesehen worden sind Falls möglich wird natürlich ein heraneilender Fahrgast noch mitgenommen. In der Spitzenzeit kann aber auch mit den Kameras leider nicht auf alle Nachzügler gewartet werden, die nach der Abfahrtszeit das Perron erreichen.

Ob mit dem Spiegel oder mit der Rücksehkamera – wenn Sie als Fahrgast pünktlich am Bahnhof sind, kann der Fahrplan auch dank Ihnen einwandfrei eingehalten werden – und Sie müssen sich nicht zusätzlich beeilen.

13 Worblas im Betrieb

Mittlerweile sind bis zu 13 Worblas auf den Linien S7 und S9 unterwegs. Die Worbla Nr. 14 wurde bereits angeliefert und durchläuft die letzten Tests. Bevor die Worbla Nr. 14 mit Fahrgästen unterwegs ist, folgt die Inbetriebnahme. Denn anders als Autos, die hunderttausendfach am Fliessband hergestellt werden, sind unsere Worblas «Unikate». Von den Worblas werden gerade mal 14 Stück produziert. Während der Inbetriebnahme wird das Fahrzeug auf Herz und Nieren geprüft. Viele verschiedene Test- und Sicherheitsprüfungen durchläuft die Worbla während dieser Zeit. Die Worbla ist ein massgeschneidertes Fahrzeug, bei welchem entsprechend auch der Testaufwand erheblich grösser als bei einem Fahrzeug «von der Stange» ist.

0 Kommentare