Das ist das geplante RBS-Depot

Nach der Standortevaluation hatte 2018/2019 ein Architekturwettbewerb stattgefunden, bei dem acht Planungsteams mitgemacht haben. Das Beurteilungsgremium, das sich aus externen Fachexperten, Vertretern aus Bätterkinden sowie RBS-Delegierten zusammensetzte, hat sich einstimmig für das verträglichste Projekt entschieden:

  • Sozialverträglich dank der Trennung des Depotverkehrs vom Anwohnerverkehr und vom Schulweg. Ausserdem sind alle lärmintensiveren Anlagen/Nutzungen im hinteren – von der Wohnsiedlung abgewandten – Teil der Gesamtanlage eingeplant.
  • Umweltverträglich dank eingeplanter Photovoltaikanlage, Solarthermie, Pelletheizung und Regenwassernutzung. Das Projekt ermöglicht ausserdem einen zeitgemässen, umweltfreundlichen Bau.
  • Wirtschaftlichkeit: Das Layout der Depotanlage ermöglicht effiziente Abläufe.

Ausserdem hat das Layout architektonisch gut gefallen. Das Siegerprojekt hat dabei insbesondere durch seine funktionale Konstruktion gepunktet. Diese Konstruktion ermöglicht eine niedrige Gebäudehöhe bei viel Raum in der Halle. Mit rund 10 m Höhe ist das Gebäude das Niedrigste im Wettbewerb und weniger hoch als die bestehende Energiezentrale. Die Dachkonstruktion mit den Giebeln aus Glas und die Glasöffnungen an der Fassadenfront sorgen für viel Licht in der Halle. Die Innenraumbeleuchtung kann präsenzgesteuert werden, womit unnötige Lichtemissionen vermieden werden.

Ebenfalls sehr positiv sticht das Verkehrskonzept hervor: Die Anlieferung ist rückwärtig über die Kyburgstrasse vorgesehen, womit der Depotverkehr vom Anwohnerverkehr und vom Schulweg getrennt wird. Ausserdem wurden die lärmintensivere Anlagen im hinteren, von den Wohnhäusern abgewandten Teil der Gesamtanlage eingeplant.

Die Depot-Dachfläche eignet sich für die solare Stromproduktion mittels Photovoltaikanlage (mit einer Leistung von ca. 800 kW) und leistet so einen Beitrag zur Energiestrategie des RBS. Ein wesentlicher Teil der erzeugten Energie kann voraussichtlich im Depot selbst genutzt werden.

Besonders gefiel dem Beurteilungsgremium auch die gebrochene Fassade des Depots, da sich das Gebäude dadurch gut in die Landschaft einfügt. Die Dachluken lehnen an die vielen Giebeldächer in Bätterkinden an, und die Längssicht des Depots erinnern an Ackerfurchen.

Die Wettbewerbsjury

Das Beurteilungsgremium setzte sich zusammen aus externen Fachexperten verschiedener Disziplinen, Vertretern aus Bätterkinden sowie RBS-Delegierten. Die Leitung des Gremiums hatte Luca Selva, Architekt ETH SIA BSA. Gemeindepräsident Beat Linder, Bauverwalter Beat Geiger und eine Vertreterin und ein Vertreter aus der Projektbegleitgruppe haben im Gremium Einsitz genommen. Der Entscheid zugunsten des Siegerprojektes fiel einstimmig (ausführlicher Jurybericht).

Das Siegerteam

Das Siegerprojekt wurde durch das Team rund um Penzel Valier AG geplant. Die renommierten Architekten von Penzel Valier wurden bereits mehrfach für ihre Projekte ausgezeichnet, so u.a. auch für das Tramdepot von Bernmobil in Bern und das Wasserkraftwerk Hagneck.

Das Planungsteam Penzel Valier AG setzt sich folgendermassen zusammen:

  • Architektur: Penzel Valier AG, Zürich
  • Bauing. Tiefbau Bahnbau: Penzel Valier AG, Zürich / Roduner BSB + Partner AG, Liebefeld / EBB AG Engineering Bahnbau AG, Liebefeld
  • Bauing. Tragstruktur: Penzel Valier AG, Zürich
  • Landschaftsarchitekt: Maurus Schifferli Landschaftsarchitekten AG, Bern
  • Verkehrsplanung: Roduner BSB + Partner AG, Liebefeld
  • Wasserbau: BKW Energie AG, Ostermundigen
  • HLKKS (Heizung, Lüftung, Klima, Kälte und Sanitär): Gruner Gruneko AG, Basel
  • Bauphysik: Gartenmann Engineering, Zürich
  • Brandschutz: Hefti Hess Martignoni AG, Zürich
  • Weitere: Hefti Hess Martignoni AG, Zürich

Wie geht es weiter

Nach dem Architekturwettbewerb ist weitergeplant worden und das Projekt wurde weiterentwickelt. Dies auch unter Einbezug der Projektbegleitgruppe Depot Bätterkinden, mit Vertreterinnen und Vertretern der Anwohnerschaft, der IG Bätterkinden und der Gemeinde. In den letzten Wochen konnte der RBS das so genannte Vorprojekt abschliessen. Konkret wurden in der sogenannten Vorprojektphase die Gleisanbindung, die Abstellanlage, die Anordnung des Depotgebäudes, die Ausgestaltung des Depots, Zufahrten und Anlieferungswege, aber auch Lärm- und Lichtschutz, die Anordnung und Ausgestaltung des Entenbaches und der Umbau des Bahnhofes Bätterkinden inkl. Bushaltestelle und Parkplätze weitergeplant. Ausserdem wurden viele technische Funktionen wie z. B. Stromversorgung, Haustechnik etc.  konkretisiert. Visuell entspricht die Depotanlage weiterhin mehrheitlich dem Wettbewerbsprojekt. Holz dominiert, es wird Glas, aber auch Metall eingesetzt.

Als nächstes startet der RBS nun die Bauprojekt-Phase, in der das Projekt und die Kosten nochmals vertieft und optimiert werden. Die Projektbegleitgruppe wird auch das Bauprojekt weiterbegleiten und sich einbringen können, z. B. bei der konkreten Ausgestaltung des Lärmschutzes. Je nach Thema werden zudem auch Expertinnen und Experten von Verbänden und Vereinen in die Weiterplanung einbezogen. Während dem Bauprojekt läuft auch die detaillierte Umweltverträglichkeitsvorprüfung, in der u.a. Auswirkungen auf Lärm, Licht, Entwässerung, Boden etc. während Bau und Betrieb geprüft und bei Bedarf die nötigen Schutz-, Wiederherstellungs- und Ersatzmassnahmen definiert werden. Die Prüfung erfolgt durch die zuständigen Ämter der Genehmigungsbehörden des Kanton Bern und des Bundes.

Der RBS sieht vor, das Bauprojekt 2021 fertigzustellen und danach das Plangenehmigungsverfahren (Baugesuch) zu starten. Die weitere Terminplanung hängt von der Dauer des Bewilligungsverfahren und der Vergabeprozesse für die Bauarbeiten ab. Im Idealfall kann ab 2024 gebaut werden. Die Inbetriebnahme des neuen Depots Bätterkinden ist im Jahr 2026 geplant. 

So soll das Depot aussehen