Neuer Bahnhof Boll-Sinneringen

In Boll-Utzigen wird das Bahntrassee nach Süden verlegt und ein neuer Bahnhof  gebaut. Mit der Verlegung der Strecke können mehrere gefährliche Bahnübergänge im Dorf aufgehoben werden. Ausserdem entsteht zwischen der Kantonsstrasse und der zukünftigen Bahnlinie Platz für die Entwicklung einer zentrumsnahen Siedlung. 

Zeitplan

Baustart: 8. Juli 2019
Inbetriebnahme: Sommer 2021

Seit 2014 ist die Umfahrung Boll-Sinneringen Bestandteil eines entsprechenden Richtplans. Wegen vertieften technischen Abklärungen gab es im Projekt leichte Verzögerungen. Im Juni 2016 sagten die Stimmberechtigten der Gemeinde Vechigen Ja zum Kredit für die Erschliessung des Projekt „Kern Boll-Süd“ und machten damit auch den Weg frei für die Umfahrung Boll-Sinneringen und den neuen Bahnhof. Am 10. Mai 2019 wurde die Plangenehmigungsverfügung erteilt. Der Spatenstich am 26. Juni 2019 gab den Startschuss für die Bauarbeiten, die am 8. Juli 2019 gestartet sind.

Bahnhof

Geplant sind für beide Richtungen ein je 130 m langes Perron mit einem zentralen, mit Barriere gesicherten Zugang. Die Halteorte der Busse sind so vorgesehen, dass ein Tür-zu-Tür Ein- und Aussteigen analog z.B. Papiermühle möglich ist. Das hölzerne Perrondach überspannt das Perron Bern, das Busperron und die B+R-Anlage. Die Verbindung Moosgasse wird über die Verlängerung Schlossstrasse – Bahnhofplatz mittels einer Unterführung unter den neuen Gleisanlagen gewährleistet.

Der Bahnhofplatz ist als Langsamverkehrszone vorgesehen. Die Zufahrt der Busse erfolgt über die verlängerte Schlossstrasse, die Wegfahrt über die Verlängerung der heutigen Bahnhofstrasse.

Finanzierung

Der RBS, der Kanton Bern und Gemeinde Vechigen teilen sich die Finanzierung anteilig.

Hintergrund

Aktuell gibt es beim RBS noch Bahnübergänge mit Wechselblinkanlage und ohne Bahnschranken. Obwohl diese Bahnübergänge den Vorgaben des BAV (Bundesamt für Verkehr) entsprechen, gehören sie zu den gefährlichsten auf dem gesamten Netz des RBS. Drei dieser Übergänge befinden sich allein in Boll. Zudem entspricht die Parallelführung von Schiene und Strasse in einigen Abschnitten nicht mehr den heutigen gültigen Vorschriften. Aufgrund der engen Platzverhältnisse können die Niveauübergänge nur aufgehoben und die Trennung von Schiene und Strasse nur verbessert werden, wenn die Bahn in Richtung Süden verlegt wird. Bereits 1912 wurde eine Umfahrungsvariante vorgeschlagen und vermutlich aus Kostengründen nicht realisiert. In den 1950er Jahren wurden Studien und Varianten erstellt. Der entsprechende Platz wurde bei der Ortsplanungsrevision 1985 – 1990 reserviert. 

Weitere Hintergründe zur Geschichte des Projekts und zur Aufhebung von Bahnübergängen beim RBS finden sie im RBS-Blog.