Der neue Bahnhof Jegenstorf entsteht am alten Standort

Für die kommenden Jahre prognostizieren Bund und Kantone einen deutlichen Zuwachs an Fahrgästen auf den RBS-Linien. Um diesen bewältigen zu können, hat der RBS zusammen mit Bund und Kantonen für das gesamte Bahnnetz ein Fahrplankonzept mit zahlreichen Verbesserungen erarbeitet. Unter anderem sollen anstelle der heute maximal 120 Meter langen RegioExpress-Züge (RE) zwischen Bern und Solothurn zukünftig 180 Meter lange RE-Züge verkehren. Dies bedeutet für die Fahrgäste eine deutlich höhere Kapazität zu den Spitzenzeiten, bedingt jedoch auch längere Perrons an allen RE-Bahnhöfen. Um die notwendige Kapazität gewährleisten zu können, ist in Jegenstorf ein Neubau des Bahnhofes notwendig.

Die grosse Frage lautete denn auch: Wo soll der neue Bahnhof gebaut werden? Gemeinsam mit dem Gemeinderat hat sich der RBS dieser Frage angenommen und eine sorgfältige und umfassende Standortevaluation vorgenommen. Aus den möglichen Lösungen wurden die zwei bestmöglichen Varianten erarbeitet. Die eine Variante sah den Neubau des Bahnhofs auf der heute unbebauten Wiese zwischen dem Bahnübergang Kirchgasse und dem Parkplatz des VOI in leicht abgesenkter Form vor. Die andere – nun gewählte Variante – setzt auf einen Neubau des heutigen Bahnhofes am bestehenden Standort. Die Gemeinde Jegenstorf hat sich klar für diese Variante ausgesprochen, da sie wenig Land beansprucht und den Spielraum für eine künftige bauliche Entwicklung der Gemeinde auf dem freien Feld zwischen Brüggackerstrasse und Solothurnstrasse offenlässt. Die Variante «Neubau an anderem Standort» weist jedoch aus bahnbetrieblicher Sicht klare Vorteile auf und liesse sich insgesamt mit weniger Aufwand realisieren, weshalb der RBS diese Variante favorisiert hat. Der RBS hat jedoch auch Verständnis für die Situation der Gemeinde und kann deren Beweggründe für die Standortwahl nachvollziehen. Zudem hat er ein Interesse daran, die bisherige konstruktive und enge Zusammenarbeit in dieser Form weiterzuführen. Deshalb haben sich RBS und Gemeinde für einen Neubau am bisherigen Standort ausgesprochen. Die beiden Partner werden nun gemeinsam und unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen das bestmögliche Bauprojekt für einen neuen Bahnhof Jegenstorf ausarbeiten und umsetzen.  

Die Eckpunkte des Projektes
Der künftige Bahnhof wird mit zwei rund 190 Meter langen Aussenperrons ausgestattet sein, wovon der dorfabgewandte Perron zusätzlich mit einer Personenunterführung, welche über Treppe und einen behindertengerechten Zugang erreichbar ist, erschlossen wird. Der stirnseitige, ebenerdige Perronzugang von der General-Guisan-Strasse zu beiden Perrons bleibt erhalten. Zudem werden eine Bushaltekante für Normbusse und zwei Halteorte für Bahnersatzbusse gebaut. Das Bahnhofsgebäude wird freigestellt, das angebaute Kioskgebäude wird abgebrochen. Zwischen dem Bahnhof und dem Bahnübergang Solothurnstrasse wird die Strecke zudem auf Doppelspur ausgebaut. Selbstverständlich werden auch nach dem Umbau wie gewohnt Toilettenanlagen, Veloparkplätze, ein Kiosk, resp. ein vergleichbarer Shop und eine P&R-Anlage zur Verfügung stehen.

Der Zeitplan
Nach heutigem Planungsstand und vorausgesetzt, dass alle notwendigen Genehmigungen vorliegen und Voraussetzungen erfüllt sind, starten die Bauarbeiten voraussichtlich im Herbst 2024 und dauern bis Ende 2026. Bereits heute ist klar, dass sich der Neubau am bestehenden Standort bei laufendem Betrieb sehr anspruchsvoll gestalten wird und eine grosse Herausforderung darstellt. Ohne Emissionen und betriebliche Einschränkungen wird er nicht zu bewältigen sein. Der RBS wird sich sehr bemühen, diese Auswirkungen so klein wie möglich zu halten und wird die von den Emissionen betroffenen Anwohnende rechtzeitig über anstehende lärmintensive Arbeiten informieren.  

Für Fragen zum Projekt «neuer Bahnhof Jegenstorf» wenden Sie sich bitte an den Kundenservice des RBS (kundenservice@rbs.ch oder 031 925 53 53) oder an die Gemeindeschreiberei Jegenstorf: 031 763 16 16.