Sandro Meli

Sandro Meli, Lokführer
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Lokführer

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Obwohl das Streckennetz des RBS im Vergleich zur SBB, zur BLS oder zur RhB um ein Vielfaches kleiner ist, hat der RBS für einen Lokführer mehr zu bieten, als man vielleicht auf den ersten Blick erwarten könnte. In der Schweiz gibt es wohl keine andere Bahn, die gleichzeitig die Charakteristik einer Strassenbahn, einer U-Bahn, einer S-Bahn und einer Überlandbahn hat.

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Täglich passieren über 500 Züge allein den RBS-Abschnitt zwischen Bern und Worblaufen. Sie fahren nach bzw. kommen von Solothurn, Worb, Jegenstorf und Unterzollikofen. Dabei sind sie fast alle pünktlich unterwegs oder zumindest kaum mehr als zwei Minuten verspätet. Obwohl das Schweizer Bahnnetz nahe an der Perfektion zu sein scheint, gibt es immer wieder Störungen.
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Dass die junge Frau an diesem kühlen Freitagabend in den Zug stieg, bemerkten wohl die meisten. Dies lag jedoch nicht an ihrem etwas zu kurzen Rock und auch nicht an ihrem frechen Kurzhaarschnitt. Es lag am Parfum, irgendetwas mit Vanille. Auch den Geschäftsmann bemerkte oder besser gesagt roch man rasch, besonders nachdem er sich seines Vestons entledigt hatte und den Krawattenknopf öffnete. Er hatte wohl einen strengen Tag im Büro hinter sich, womöglich eine schweisstreibende Diskussion mit dem Chef?

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Der rote, kellenförmige Sekundenzeiger springt gleich auf den Strich von der 12, der Zug ist abfahrbereit, es fehlen nur noch wenige Meter, wenige Schritte, die Fingerspitzen stehen kurz davor den Druckknopf für die Türöffnung zu berühren, doch dann, oh Schreck, die kleinen Lämpchen auf dem Knopf erlöschen, die Berührung kommt zu spät, kurz die Hoffnung, der Lokführer möge einen sehen und nochmals freigeben, leider nein, der Zug setzt sich langsam in Bewegung. Fassungslosigkeit. Unverständnis. Warum? Warum konnte der Zug nicht warten? Es ging doch nur um Sekunden!

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Türen auf, Menschen raus, Menschen rein, Türen zu. Nächste Station. Das Bild wiederholt sich, immer und immer wieder, morgens, mittags, abends, gestern, heute, morgen. An der Perronkante pulsiert das Leben. Die einen kommen, die anderen gehen. Manche bleiben und schauen dem Zug nach. Eben haben sie noch Tschüss gesagt. Abfahrten bedeuten auch Abschied, umgekehrt führen Ankünfte zu Wiedersehen.