Ein neues Depot für mehr Angebot

In den nächsten 10 Jahren soll das Angebot für die Fahrgäste der Strecke Solothurn-Bern deutlich ausgebaut werden. Für diese Angebotsausbauten braucht der RBS zusätzliche Züge und ein neues Depot. Unter Einbezug verschiedener Partner hatte der RBS in den letzten Jahren die Grundlagen für die Depotplanung erarbeitet und verschiedene Standorte überprüft. Die «Leimgrube» in Bätterkinden hat sich dabei als beste Variante herauskristallisiert.

Im Dezember 2018 hat der Kanton Bern die Planung des RBS gestützt und die «Leimgrube» als Standort für das neue Depot im kantonalen Richtplan aufgenommen. Die Gemeinde Bätterkinden hat beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht gegen diesen Entscheid des Kantons Bern. Der Entscheid des Bundesgerichtes ist noch hängig. Die von der Gemeinde geforderte aufschiebende Wirkung hat das Bundesgericht in einem Vorentscheid abgelehnt; der RBS darf damit seine Planungen offiziell weiterführen. 

Anfang 2019 wurde zur Weiterbearbeitung des Bauvorhabens ein Architekturwettbewerb durchgeführt, bei dem acht Planungsteams mitgemacht haben. Das Beurteilungsgremium, das sich aus externen Fachexperten, Vertretern aus Bätterkinden sowie RBS-Delegierten zusammensetzte, hat sich einstimmig für ein Siegerprojekt ausgesprochen. Die Vorteile des Projekts hat die Jury überzeugt: Der Depotverkehr führt nicht durchs Wohngebiet, lärmintensivere Anlagen sind im hinteren, von den Wohnhäusern abgewandten Teil der Gesamtanlage eingeplant, und es ist eine nachhaltige Anlage mit Photovoltaikanlage und Regenwassernutzung, die auch effiziente Arbeitsabläufe ermöglicht. Ausserdem hat das Layout architektonisch gut gefallen.

Die Aussenansicht des geplanten Depots

Die Fassade des geplanten Depotgebäudes besteht aus Holz, Glas und Blech. Massvoll gesetzte Glasöffnungen bilden einen Blickbezug nach aussen. Die Oblichtstreifen erzeugen einen gut ausgeleuchteten Innenraum sowie als strukturelle Auskragung ein Vordach zur Zugangsseite. Die präsenzgesteuerte Innenraumbeleuchtung vermeidet unnötige Lichtemissionen. Durch die klug konzipierte Tragkonstruktion weist das Depotgebäude mit rund 10 m die niedrigste Höhe aller eingereichten Wettbewerbsprojekte auf.
Auf den ebenen Dachstreifen zwischen den verglasten Oberlichtern lässt sich auf 5500 m2 eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von ca. 800 kW installieren. Ein wesentlicher Teil der erzeugten Energie kann voraussichtlich im Depot selbst genutzt werden.

Blick in das Innere des Depots.

Das Dachtragewerk ist konzipiert als hybride Struktur aus Stahl und Holz. Die natürliche Belichtung der Halle mit Oblichtern entsteht direkt aus der Geometrie des Tragwerks. Die Hocharbeitsbühnen sind von der Dachstruktur getrennt, was ein leichtes Dach ermöglicht. Das Dachtragewerk in Gebäudelängsrichtung betont die Linearität der Gleisanlage. Die Trageelemente können dank der klaren Struktur soweit optimiert werden, dass in filigranes Gesamtbild geschaffen werden kann.
Das Layout der Depotanlage ermöglicht effiziente Arbeitsabläufe.

Der Situationsplan

Im Projekt ist insbesondere auch die Verkehrsführung positiv herausgestochen: Die Anlieferung ist rückwärtig über die Kyburgstrasse vorgesehen, womit der Depotverkehr vom Anwohnerverkehr und vom Schulweg getrennt wird. Ausserdem sind lärmintensivere Anlagen sind im hinteren, von den Wohnhäusern abgewandten Teil der Gesamtanlage eingeplant.

Die Aussenanlage und der gesamte Bahnhof werden in den nächsten Monaten noch weiterentwickelt. So wird der Bach eher nicht mäanderartig geführt werden (da er dazu zu wenig Wasser führt) und die Bepflanzung muss gemeinsam mit den Lärmschutzmassnahmen geplant werden.

Wie geht es weiter

Im August 2019 nimmt der RBS die Workshops mit der Projektbegleitgruppe wieder auf. In der jetzigen Projektphase geht es insbesondere um die Themen Verkehr, Lärm, Licht, Umwelt, Gestaltung der Aussenanlage und des Bachs, Groblayout der Gleisanlage sowie des Bahnhofs. Für die Phase Vorprojekt möchten wir zu diesen Punkten nun gemeinsam konkretere Lösungen erarbeiten. Geplant sind vorerst drei gemeinsame Sitzungen.

Die Bevölkerung wird nach Abschluss dieser Projektphase erneut über die Resultate der Projektgruppe informiert.