
Depot und Bahnhof Bätterkinden
In Bätterkinden entsteht ein neuer Bahnhof sowie ein modernes Depot für zusätzliche Züge.
Mehr Kapazität für die Strecke Solothurn–Bern
In Bätterkinden wird der Bahnhof modernisiert und ein neues Depot gebaut. Längere Perrons im Bahnhof und zusätzliche Abstellmöglichkeiten auf der Aussenanlage des Depot ermöglichen den Einsatz längerer Regionalexpress-Züge (RE). So wird die Strecke Solothurn–Bern leistungsfähiger und für die Zukunft gerüstet.

Der neue RBS-Bahnhof Bätterkinden im Überblick
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Perronverlängerung auf 180 Meter für längere RE-Züge
- Zwei neue Perrons für besseren Komfort und barrierefreies Einsteigen
- Überdachte Perrons mit Wartehäuschen und Sitzgelegenheiten
- Neue, helle und barrierefreie Unterführung
- Neuer Bahnhofplatz mit BehiG-konformen Bushaltestellen für besseren Umstieg
Wie sieht der neue Bahnhof Bätterkinden aus?
Der Bahnhof wird modernisiert und barrierefrei gestaltet. Die verlängerten Perrons ermöglichen künftig längere Züge. Das bisherige Mittelperron wird durch ein neues Aussenperron mit Wartehäuschen und einem Dach mit integrierter Photovoltaikanlage ersetzt.
Das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude bleibt erhalten, während der Anbau aus den 1970er-Jahren entfernt wird.
Auch der Bahnhofsplatz wird neu gestaltet: Barrierefreie Bushaltestellen und zusätzliche Grünflächen mit Bäumen verbessern die Aufenthaltsqualität und erleichtern den Umstieg zwischen Bahn und Bus.
Wie erleichtert die neue Unterführung den Zugang zum Perron?
Das neue Perron 2 ist über eine grosszügige, helle Unterführung mit abgerundeten Ecken erreichbar. Dank einer Rampe ist sie auch für schiebende Velos geeignet. Durch die offene Gestaltung wird die soziale Sicherheit verbessert.

Welche neuen Funktionen bieten die Perrons und das Wartehäuschen?
Durch den Abbruch des Mittelperrons entstehen zwei überdachte Perrons mit integrierter Solaranlage, Wartehäuschen und Sitzbänken.
Züge nach Bern fahren vom Gleis 1 am Bahnhofgebäude, Züge nach Solothurn vom neuen Perron 2.

Das historische Wartehäuschen aus Ammannsegg wird renoviert und an Perron 2 versetzt. Es schützt vor Wind und Wetter und wird nachts automatisch abgeschlossen – wie alle Wartehäuschen im RBS-Netz.

Neues RBS-Depot im Überblick
Das Wichtigste auf einen Blick:
Depot mit Halle aus Holz und Stahl für leichte Unterhaltsarbeiten, Büros und Personalräume
Aussenareal für Zugabstellung, Innenreinigung und Lagerung von Bahndienstmaterial
Umweltfreundlicher Bau und Betrieb mit Fokus auf Emissionsschutz (Licht, Lärm usw.)
Innovative Grüngleisanlage mit Vorteilen wie Hitzereduktion, Regenwasserversickerung und Förderung der Biodiversität
Warum braucht der RBS ein neues Depot?
Der Regionalverkehr Bern–Solothurn (RBS) plant in den kommenden Jahren eine deutliche Angebotsausweitung auf der Strecke Solothurn–Bern. Um die höhere Nachfrage zu bewältigen, werden mehr und längere Züge eingesetzt – doch dafür fehlt der notwendige Platz.
Was ändert sich im Angebot?
Längere Züge: Mit der Eröffnung des neuen Bahnhofs Bern verkehren auf der Linie RE künftig 180 m lange Züge (statt 120 m), was 50 % mehr Sitzplätze bringt.
Warum reicht der bestehende Platz nicht mehr?
Für das neue Rollmaterial benötigt der RBS zusätzliche Abstell- und Wartungskapazitäten. Die heutigen Anlagen in Solothurn, Bern und Worblaufen sind bereits ausgelastet – zusätzliche Züge finden dort keinen Platz mehr.
Warum scheiden bestehende Standorte aus?
Standort Solothurn
- Keine Erweiterung möglich
- Ausbau der Perrons auf 180 m macht einen Teilrückbau des Depots notwendig
- Danach ist nur noch ein kleiner Teil als Abstellfläche nutzbar
Standort Worblaufen
- Besteht aus vier Depots, alle an der Kapazitätsgrenze
- Kein Platz für Ausbau wegen enger Bebauung
- Betrieblich ungünstig gelegen
- Ein Neubau an diesem Standort würde trotzdem eine zusätzliche Anlage von 2–3 Hektaren an einem anderen Ort erfordern
Warum nicht ins Worblental?
Ein Depot im Worblental ist betriebslogistisch problematisch:
- Die neuen Züge fahren primär auf den Linien S8 und RE – ein Standort im Worblental liegt ungünstig
- Bei einer Streckenstörung wäre der gesamte Betrieb betroffen
- Unnötige Leerfahrten nach Solothurn und Jegenstorf würden die stark ausgelastete Aarebrücke zusätzlich belasten
Warum keine «Insellösung»?
Der RBS setzt bereits heute auf sogenannte «Insellösungen» – also auf mehrere dezentrale Abstellstandorte. Dazu gehören: Bahnhof Bern, Worblaufen, Worb, Solothurn.
Die Grundidee dahinter: Züge sollen dort abgestellt werden, wo sie ihren Tagesbetrieb beginnen und beenden. Das erhöht die betriebliche Effizienz und reduziert unnötige Leerfahrten.
Auch mit dem geplanten neuen Depot bleibt dieses Prinzip bestehen:
- Die bestehenden Abstellflächen in Worblaufen und Solothurn werden weiterhin genutzt, soweit es betrieblich möglich ist.
- Alle anderen Standorte bleiben unverändert bestehen.
Was macht das RBS-Depot Bätterkinden nachhaltig?
Am Standort «Leimgrube» in Bätterkinden entsteht ein besonders umweltfreundliches Depot des RBS – eingebettet zwischen der Kartoffelzentrale und der Energiezentrale. Das Projekt setzt auf Nachhaltigkeit, möglichst geringe Lärm- und Lichtemissionen und eine naturnahe Gestaltung.
Geplante Massnahmen:
- Grüngleisanlage anstelle herkömmlicher Schottergleise
- Photovoltaikanlage auf dem Dach
- Schnitzelheizung zur Wärmeversorgung
- Nutzung von Regenwasser
Zur Reduktion des Lärms wird entlang der Kyburgstrasse eine Kombination aus Lärmschutzwand und -wall erstellt. Lärmintensive Anlagen werden möglichst weit von Wohnhäusern entfernt platziert.
Das Depotgebäude ist provisorisch mit dem Nachhaltigkeitslabel Minergie-A-ECO zertifiziert. Für die naturnahe Gestaltung der Umgebung wurde zudem das Vorzertifikat der Stiftung Natur & Wirtschaft ausgestellt.

Visualisierung Depot Bätterkinden Innen
Was sind Grüngleise und welche Vorteile bieten sie?
Statt klassischer Gleise mit Schotter setzt der RBS erstmals in der Schweiz Grüngleise im Eisenbahnverkehr (bisher nur im Tramverkehr genutzt) ein. Diese sind nicht nur optisch ansprechender, sondern auch leiser und klimafreundlicher.
Seit 2022 betreibt der RBS in Bätterkinden eine Testanlage mit zwei Grüngleisen à 30 Meter. Dort werden unterschiedliche Pflanzenmischungen sowie technische Bauweisen erprobt. Verlässliche Ergebnisse liegen nach mehreren Vegetationsperioden vor, wenn sich die Begrünung stabil entwickelt hat.
Vorteile auf einen Blick:
- Grüngleise kühlen die Luft und reduzieren Staub.
- Sie verhindern, dass sich die Gleise im Sommer stark erhitzen, wodurch die abgestellten Züge weniger gekühlt werden müssen.
- Regenwasser versickert direkt im Boden, sodass grosse Versickerungsanlagen entfallen können.
- Grüngleise dämpfen den Körperschall und sind somit leiser als normale Gleise.
- Sie sehen zudem schöner aus als herkömmliche Gleisanlagen.
Ein reales Beispiel für die Wirkung solcher Anlagen bietet die Gleisbegrünung der Limmattalbahn – ein Vorbild für die geplante Umsetzung in Bätterkinden.

© Limmattalbahn
Warum ist die Leimgrube ideal für das RBS-Depot?
Die Leimgrube wurde als bester Standort für das neue Depot bewertet – unter insgesamt 24 geprüften Optionen. Sie schnitt in allen Hauptkriterien (Betrieb, Finanzen, Raumplanung, Umwelt und Landschaft) sowie in 28 Unterkriterien am überzeugendsten ab.
Standort mit klaren Vorteilen
Die Leimgrube überzeugt durch:
- Optimale Anbindung ans RBS-Netz: Die Nähe zum Bahnhof reduziert die wiederkehrenden Betriebskosten erheblich.
- Geringe Auswirkungen auf das Landschaftsbild: Das Depot liegt im Schatten der bestehenden Kartoffelzentrale und beeinträchtigt die Umgebung optisch deutlich weniger als andere Standorte.
- Bestehende Bebauung angrenzend: Die Nachbarschaft besteht bereits teilweise aus grossflächigen Industriebauten.
- Effiziente Nutzung der Fläche: Hochbauten sind nur auf einem kleinen Teil der Gesamtfläche notwendig – eine Integration ins bestehende Industriegebiet ist möglich.
- Gute Einbettung in bestehende Zonen: Südlich und westlich grenzt das Gelände direkt an Industrie- und Mischzonen.
Bewertungsverfahren: Transparent und breit abgestützt
Die Standortbewertung erfolgte auf Basis eines umfassenden Kriterienrasters. Dieses wurde vor der Beurteilung möglichen Standortgemeinden, der Stiftung Landschaftsschutz, dem Kanton Bern sowie dem Bund vorgestellt.
Zu den untersuchten Aspekten gehörten unter anderem:
- Auswirkungen auf die Anwohnenden (Lärm, Licht, Erschütterungen)
- Effekte auf die Innenentwicklung der Gemeinde
- Auswirkungen auf die Landwirtschaft
Hintergrund: Alle Standorte lagen auf Kulturland
Alle 24 geprüften Standorte befinden sich auf Kulturland, da entlang der RBS-Strecke keine eingezonten Flächen in ausreichender Grösse verfügbar sind. Im Vergleich zu den Alternativen bietet die Leimgrube die beste Gesamtbilanz.
Weitere Informationen
- Erläuterungen des Amts für Gemeinden und Raumordnung AGR zum Standortentscheid
- Bericht Infraconsult zur Evaluation der Depotstandorte
Wie wurde die Bevölkerung in das Depot-Projekt einbezogen?
Frühe und aktive Beteiligung der Bevölkerung
Die Bevölkerung von Bätterkinden war von Anfang an aktiv in die Planung und Entwicklung des Depot-Projekts eingebunden. Besonders hervorzuheben ist, dass der nun gewählte Standort «Leimgrube» direkt aus der Bevölkerung vorgeschlagen wurde.
Standortwahl: transparente Kriterien und Mitwirkung
Die Wahl des Standorts erfolgte auf Basis von:
- 5 Hauptkriterien
- 28 Unterkriterien
Insgesamt wurden 24 potenzielle Standorte entlang der Strecke Solothurn–Bern geprüft. Neben technischen und planerischen Aspekten wurde explizit die lokale Bevölkerung einbezogen, die eigene Standortvorschläge einbringen konnte.
Architekturwettbewerb: Mitwirkung aus der Gemeinde
Die Jury des Architekturwettbewerbs bestand aus:
- Externen Fachpersonen aus verschiedenen Disziplinen
- Vertretungen aus der Gemeinde Bätterkinden
- Delegierten des RBS
Auch der Gemeindepräsident, der Bauverwalter sowie Mitglieder der Projektbegleitgruppe waren Teil des Gremiums. Das Siegerprojekt von Penzel Valier AG wurde einstimmig ausgewählt.
Projektbegleitgruppe: Beteiligung an wichtigen Themen
Bereits 2018 gründete der RBS eine Projektbegleitgruppe. Sie diskutiert seither zentrale Themen wie:
- Lärmschutzmassnahmen
- Erschliessung des Depots
- Führung von Fussgänger- und Velowegen
- Anordnung des Wendegleises
In Workshops konnten Direktbetroffene ihre Bedenken und Anliegen einbringen und teilweise mitentscheiden. Die Gruppe wird auch während der Bauphase aktiv eingebunden bleiben.
Umfassende Information für die Bevölkerung
Der RBS stellt eine kontinuierliche Information der Bevölkerung sicher:
- Regelmässige Infoschreiben an die Einwohner:innen
- Zwei grosse Infoveranstaltungen 2018 in der Saalanlage Bätterkinden mit jeweils rund 120 Teilnehmenden
Zeitplan und Baufortschritt
Die Planungen für den Neubau des Bahnhofs und des Depots Bätterkinden begannen 2019. Aktuell läuft das Bewilligungsverfahren. Baustart ist frühestens 2026 und die Inbetriebnahme 2029.
Vorläufiger Zeitplan:
- Ab 2013 : Standortsuche für das Depot
- 2016: Bestätigung des Standorts Bätterkinden im kantonalen Richtplan
- 2018: Bestätigung des Standorts Bätterkinden durch den Kanton Bern im kantonalen Richtplan. Anschliessend Beschwerde vor Bundesgericht, die jedoch vollumfänglich abgewiesen wurde.
- 2018: Einrichtung einer Begleitgruppe aus Vertreter:innen der IG Bätterkinden, Anwohnenden, Gemeinde, Verbänden und weiteren Personen zur Projektbegleitung
- 2019: Durchführung eines Architekturwettbewerbs zur Auswahl des besten Projekts
- 2022: Fertigstellung des Bauprojekts
- 2023: Einreichung der Unterlagen für das Plangenehmigungsverfahren beim Bundesamt für Verkehr (BAV) mit Unterstützung der Begleitgruppe.Eingang diverser Einsprachen
- 2023-2025: Verhandlungen zwischen RBS und den Einsprechenden
- 2025: Erteilung der Plangenehmigung durch das BAV für den Neubau des Depots inklusive Umbau des Bahnhofs Bätterkinden. Weiterzug des Verfahrens an das Bundesverwaltungsgericht aufgrund einer Beschwerde.
Kosten
Für das Projekt sind Gesamtkosten von rund 250 Millionen Franken vorgesehen.
Was bedeutet die Bauzeit für den Alltag vor Ort?
Während der Bauarbeiten kann es zeitweise zu Einschränkungen kommen. Wir informieren Sie rechtzeitig über mögliche Auswirkungen. Unser Ziel ist es, Beeinträchtigungen auf ein Minimum zu reduzieren.
Bleiben Sie informiert!
Auf dieser Projektseite finden Sie laufend Wissenswertes zum Projekt, aktuelle Informationen zu den Bauarbeiten, Visualisierungen und Hintergrunddokumente.
Fragen, Anliegen oder Hinweise?
Wir nehmen Ihre Anliegen ernst. Wenn Sie Fragen haben oder Hinweise zur Baustelle geben möchten, stehen wir gerne zur Verfügung.
Für Medienschaffende
Kontaktieren Sie bitte die Medienstelle RBS.
Sonstige Bauarbeiten
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