«Zukunft Bahnhof Bern»: Kanton Bern spricht Zusatzkredite
Der Kanton Bern hat Zusatzkredite von 187 Millionen Franken für die im Dezember 2025 angekündigten Mehrkosten im Gesamtprojekt Zukunft Bahnhof Bern ZBB gesprochen. Die Kredite sind für das Projekt der SBB geplant, für die Mehrkosten im RBS-Projekt ist kein Zusatzkredit nötig
Im Dezember 2025 haben die Partner von «Zukunft Bahnhof Bern ZBB» (SBB, RBS, Stadt Bern) informiert, dass das gesamte Projekt insgesamt gut vorankommt, sich jedoch verzögert und Mehrkosten entstehen. Gründe dafür sind unter anderem anspruchsvolle bauliche und geologische Rahmenbedingungen, umfangreiche Abhängigkeiten zu Nachbarprojekten sowie Massnahmen zur Sicherstellung eines stabilen Bahn- und Bahnhofbetriebs. Auch die längere Bauzeit trägt zu den höheren Gesamtprojektkosten bei (vgl. Medienmitteilung vom Dezember 2025).
Finanzierung der Mehrkosten
Die Mehrkosten im Gesamtprojekt ZBB belaufen sich auf 248 Millionen Franken: 187 Millionen Franken fallen im SBB Projekt an, 61 Millionen Franken entstehen beim RBS durch die Verzögerung bei der SBB. Für die Mehrkosten im Projekt der SBB (Publikumsanlagen und Zugang Bubenberg) hat der Regierungsrat des Kantons Bern am 20.05.2026 zwei Zusatzkredite in der Höhe von insgesamt 187 Millionen Franken genehmigt. Die Mittel für diese Zusatzkredite werden aus zwei bereits durch den Grossen Rat genehmigten Rahmenkrediten finanziert. Die Freigabe dieser Mittel aus den Rahmenkrediten liegt in der Kompetenz des Regierungsrats. Für die Mehrkosten im RBS-Projekt ist kein Zusatzkredit nötig, diese befinden sich innerhalb des bewilligten Kreditrahmens.
Die Stadt beteiligt sich anteilsmässig an der Finanzierung der Mehrkosten für den Bau des Zugangs Bubenberg. Dies geht auf eine Finanzierungsvereinbarung zwischen Stadt und Kanton aus dem Jahr 2017 zurück. Der 2016 vom Stadtrat genehmigte Kredit von 6,8 Mio. Franken muss deshalb um 1,7 Mio. auf 8,5 Mio. Franken erhöht werden. Der Gemeinderat hat den entsprechenden Nachkredit zuhanden des Stadtrats genehmigt. Die Realisierungskosten für die von der Stadt geplanten Bau- und Verkehrsmassnahmen ZBB (u. a. Bau der Personenunterführung Hirschengraben), für welche die Stimmberechtigten der Stadt Bern 2021 einen Kredit von 112 Mio. Franken genehmigt haben, können aufgrund des weiterhin ausstehenden Baustarts noch nicht abschliessend beziffert werden.
Die neuen Gesamtkosten für Zukunft Bahnhof Bern belaufen sich damit auf rund 1,46 Milliarden Franken.
Übersicht Projektkosten «Zukunft Bahnhof Bern»
(in Mio CHF, Kostenbasis 2017)
| Bisher | Neu | Mehrkosten | |
|---|---|---|---|
| Gesamtprojekt | 1217 | 1465 | 248 |
| Projekt RBS | 730 | 791 | 61 |
| Projekt SBB | 375 | 562 | 187 |
| Projekt Stadt Bern | 112 | 112 | offen |
Bauarbeiten in und um den Bahnhof Bern schreiten voran
Die Bauarbeiten beim Projekt «Zukunft Bahnhof Bern» verlaufen in vielen Bereichen erfolgreich und bringen bereits erste Verbesserungen für die Reisenden. Bis Ende 2026 wird die SBB fünf von insgesamt sechs Perrons erhöht haben. Die Bauarbeiten für die neuen Perrondecken sind auf Kurs und werden schrittweise fertiggestellt. Im neuen Bubenbergzentrum werden seit Ende März die ersten Gastro- und Dienstleistungsflächen eröffnet.
Der neue RBS-Bahnhof unterhalb der SBB-Unterführung nimmt Gestalt an. Letzten Herbst wurde der Rohbau der Perrons fertiggestellt. Ausserdem wurde die erste direkte Verbindung für die künftigen Lifte von der neuen SBB-Unterführung in den unterirdischen RBS-Bahnhof ausgebrochen. Im neuen RBS-Bahnhof ist nun der Innenausbau in Gang.
Herzstück der städtischen Bau- und Verkehrsmassnahmen ZBB, die 2021 von der Stimmbevölkerung der Stadt Bern genehmigt worden sind, ist der Bau einer Personenpassage vom Hirschengraben direkt in den neuen Bahnhofzugang Bubenberg. Die entsprechende Überbauungsordnung wurde Ende Oktober 2025 vom Kanton genehmigt; gegen die Verfügung wurden fünf Beschwerden eingereicht, über die nun die Direktion für Inneres und Justiz des Kantons Bern (DIJ) befinden muss.
Der ausgebaute und modernisierte Bahnhof Bern wird voraussichtlich im Jahr 2031 eröffnet.
Die Finanzierung
Die Zusatzkredite des Kantons werden zu zwei Dritteln aus der Kantonskasse (124,6 Millionen Franken) und zu einem Drittel von den bernischen Gemeinden (62,3 Millionen Franken) finanziert. Der Gemeindeanteil läuft über die generelle Finanzierung des öffentlichen Verkehrs im Kantons Bern, die Mehrkosten für die Gemeinden sind in den kommunizierten Kostenanteilen bereits berücksichtigt.