Sicherheitstest in Thun

Ein neuer Zug muss viele Vorschriften erfüllen. Auch für die Frontscheibe gelten spezielle Bestimmungen. Eine davon haben wir im Januar in Thun getestet. Dort steht die Schiessanlage Wittaumatte, in der verschiedene Beschussszenarien getestet werden können. Gemeinsam mit dem Hersteller unserer Frontscheibe, Glas Trösch, haben wir simuliert, was bei einem Aufprall z.B. eines Vogels passiert. Die Vorgabe ist, dass die Frontscheibe den Beschuss mit den vorgegebenen Parametern aushält. Das Aluminiumprojektil darf die Scheibe nicht durchschlagen.

Wir reisen noch im Dunkeln an. Um Punkt 7.15 Uhr treffen wir die Kollegen von Stadler und Glas Trösch in der Beschussanlage bei Thun.

Das Schild am Eingang warnt bereits vor. Heute sind wir befugt, einzutreten. Innen ziehen wir Warnwesten an. So sind wir besser sichtbar und niemand wird im Beschussraum vergessen.

Ein erster Blick auf die Frontscheibe. Glas Trösch hat mehrere mitgebracht, um falls nötig mehr als einen Test machen zu können.

Das RBS-Logo ist bei der «neuen S7» ähnlich umgesetzt wie beim NExT. Hinter dem Logo werden LEDs leuchten.

In der Beschusskammer wartet schon die Kanone, mit der unsere Frontscheibe...Moment...Das ist nicht die richtige Kanone...

Das hier ist die Druckluftkanone, mit der das Aluminiumprojektil auf unsere Frontscheibe geschossen wird. 

Schauen wir uns die verschiedenen Projektiltypen an. Alle sind standarisiert und aus Aluminium gefertigt. Ob "die Russen" wirklich Wodkaflaschen auf ihre Frontscheiben schiessen, wie erzählt wird, lässt sich nicht herausfinden.

Auch beim RBS gibt es eine "urban legend", nach der bei einem Test Poulets auf eine Scheibe geschleudert wurden und diese immer wieder durchschlugen. Nach genauerer Betrachtung des Versuchsaufbaus stellte sich heraus, dass die Poulets noch gefroren waren. Aber auch diese Geschichte der "Hühnerkanoneist wohl ein Mythos

Die Halterung für die Frontscheibe zeigt die typische Wölbung unserer neuen S7-Front.

Jetzt kann die Frontscheibe aufgesetzt...

...und festgeschraubt werden.

Aus der Perspektive der Frontscheibe sieht die Kanone etwas bedrohlich aus.

Der Blick Richtung Scheibe. Noch ist die Kanone nicht geladen. Die Holzverkleidungen sollen andere Teile davon abhalten auf das Beschussobjekt zu fliegen.

Mit einem Laserpunkt wird die Scheibe ganz genau ausgerichtet.

Das Geschoss liegt parat. Es besteht aus dem Aluminiumkopf und mehreren Plastikteilen, die einen kleinen Sprengsatz enthalten. 

Ein letzter Blick zurück. Jetzt müssen wir den Beschussraum verlassen. 

Die Kanone wird geladen, dann werden die Türen geschlossen.

Das Druckluftgerät beginnt zu arbeiten und Druck aufzubauen.

Vom Kontrollraum aus können wir über eine Überwachungskamera den Beschuss mitverfolgen:

Gehalten! Sie hat gehalten!

Und auch der nähere Augenschein bestätigt. Die Scheibe hat gehalten! Einsetzen kann man sie natürlich nicht mehr, aber durchschlagen wurde sie nicht. Rechts oben ist noch der kleine Einschlag eines der Plastikteile zu erkennen.

Das Projektil liegt neben der Scheibe und scheint mit seiner Arbeit zufrieden zu sein. Je nachdem, wie stark es beschädigt wurde, kann es für weitere Tests oder fürs Einschiessen wiederverwendet werden.

Wir wünschen keinem unserer Lokführerinnen und Lokführer, einmal hinter solch einer Scheibe zu sitzen. Aber es ist gut zu wissen, dass sie im Ernstfall selbst solch einen heftigen Einschlag aushält.

Das Projektil noch einmal in Nahaufnahme. Es sind neben sehr feinen Glasssplittern nur wenige Schäden zu erkennen.

Michael Ryf, RBS und Michael Zimmermann, Stadler sind zufrieden. 


«Die neue S7»

Wir suchen einen Namen für die neuen Züge auf der S7. Bis am 25. Februar können auf atizo.com noch Namensvorschläge eingegeben werden. Alle Infos zur S7 gibt es hier.

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